Was zeichnet ein gutes Sportfoto aus?

Die Stars der Sportszene werden, von Zuschauermassen bejubelt, in den großen Sportarenen dieser Welt formatfüllend abgebildet. Jeder kennt diese Fotos in den Sportmagazinen wie Kicker, 11 Freunde oder als Hintergrundbild in Sportschau, im Sportstudio oder den diversen Sport-Talkshows. Doch sind dies die zwingenden Zutaten für ein gutes Sportfoto? Muss auf einem guten Sportfoto ein hochbezahlter Sportler, ein Star abgebildet sein? Ich denke nicht! Der Sport lebt von Emotionen – und diese sollte ein gutes Sportfoto zeigen, unabhängig von der Höhe der Liga oder der Bedeutung des Events.

Ein Fußballspiel zwischen dem 1. FC Niegewinn und den Sportfreunden Immerglück in der Kreisliga C Nord/Süd-Ost/West mag für die große weite Fußballwelt völlig unbedeutend sein – für die treuen Anhänger vor Ort, die Wochenende für Wochenende ihre „Stars“ unterstützen und anfeuern, ist es alles andere als bedeutungslos. Auch dort gibt es Emotionen, wie sie immer und überall mit Sportereignissen einhergehen. Jubel und Enttäuschung, Freude und Trauer, Begeisterung und Fassungslosigkeit – bei Akteuren, Trainern und Zuschauern. Wem es gelingt, dies einzufangen, gehört schon zu den Gewinnern.

Besonders ausdrucksstark sind Fotos, bei denen die Emotionen im Kontext stehen. Auf dem nebenstehenden Foto bejubeln die Spieler der SG Morshausen/Beulich/Gondeshausen den entscheidenden Treffer zum Klassenerhalt von Tim Rohbeck.

Gleichzeitig ist die Enttäuschung der beiden Akteure vom Absteiger  SG Soonwald zu erkennen.

Dort, wo es Sieger gibt, findet man auch immer Verlierer. Man sollte daher nicht nur die Sieger in den Mittelpunkt seiner Fotos stellen. Natürlich ist der Jubel des Siegtorschützen, wie Sascha Engel, der zum spielentscheidenden 1:0 für den Oberligisten Rot-Weiß Koblenz im Endspiel des Rheinland-Pokals gegen den (damaligen) Regionalligisten TuS Koblenz traf,  ein lohnendes Motiv. Aber auch der enttäuschte Spieler (hier Michael Stahl von der TuS), der allein und niedergeschlagen auf dem Platz sitzt, kann der Geschichte des Spiels Ausdruck verleihen.

Selbstverständlich finden sich neben dem Geschehen auf dem Platz auch am Spielfeldrand ebenfalls zahlreiche Möglichkeiten Emotionen einzufangen. Dankbare Motive sind die Trainer. Es gibt wohl kaum einen, der seine Emotionen über die gesamte Spielzeit unter Kontrolle hat. Es lohnt sich, wenn man während des Spiels stets einen Blick Richtung Trainerbank wirft. Die Emotion eines Trainers, wie links von Uwe Erdle beim Aufstieg der SG Biebertal, kann emotionaler sein, als die eines Spielers.

Zudem werden die Emotionen ganz wesentlich von den Zuschauern gelebt, weshalb es gilt, seinen Blick und die Kamera ab und an auf diese zu richten

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